30.08.2011
DM 2011 – WCW verteidigt Rang 1
Genau 11 Jahre ist es nun her, dass Waldemar Schanz die Disziplinen Trap und Doppeltrap beide für
den WCW geschossen hat. In diesem Jahr war es nun wieder soweit. Eindrucksvoll hat er gezeigt,
dass der Sieg in beiden Disziplinen nur über ihn geht. Zusammen mit starken Teamkollegen konnte er
auch die Mannschaftswertungen nach Wiesbaden holen. Im Trap bereits zum 8. Mal in Folge, im
Doppeltrap zum 5. Mal. Vier Titel in einem Jahr gelangen bisher nur Karsten Bindrich (1995) und
Heinz Heese in der Altersklasse (1997). Doch alles der Reihe nach:
Höchstes Niveau seit 1998
Diese Flut an Topresultaten hat München seit 13 Jahren nicht mehr gesehen. Das Top-Wetter und die
sehr gut brechenden Vivaz-Scheiben ließen solche Resultate zu. Im ungünstigsten Fall wurde man bei
den Männern mit 119 Scheiben Achter. Waldemar Schanz ging mit 122 als erster ins Finale. Gefolgt
von Steffen John (120, Suhl) und vier weiteren Schützen mit 119 Scheiben, darunter Steffen Däbel
(WCW) und Andreas Löw, der diese Disziplin für Herrieden (Bayern) schießt. Waldemar Schanz
konnte im Finale seinen Vorsprung retten und holte sich mit 143 Scheiben nach 1990, 2007 und 2008
seinen vierten Einzeltitel im Trap. Bereits der fünfte Titel in Folge für einen Doppeltrapper im Trap.
Steffen Däbel schoss mit einer 23 das beste Finale und schob sich mit 142 Scheiben auf Platz zwei
vor. Eine Medaille, auf die er ein Jahr lang systematisch hingearbeitet hat. Andreas Löw verfehlte die
letzte Scheibe und vergab damit ein Stechen um die Bronzemedaille, die an Steffen John ging.
Zusammen mit Stefan Ommert, der trotz 50! Scheiben am zweiten Tag das Finale im Shoot Off knapp
verpasste, wurde der WCW zum 8. Mal in Folge Deutscher Meister in der Teamwertung.
Bei den Juniorinnen erreichte Lisa-Marie Ruttloff mit einer guten Leistung den dritten Platz und
gewann damit nicht nur Bronze, sondern hat damit nicht zuletzt wegen ihres Sieges bei der
Jugendverbandsrunde in Suhl die Aufmerksamkeit von Bundestrainer Axel Krämer auf sich gezogen.
Historisches geschah im Doppeltrap – Ein Rekord folgte dem nächsten
Das der Sieg im Doppeltrap unter den vier Kaderschützen Schanz, Ommert, Goldbrunner und Löw
ausgemacht wird, war im Vorfeld fast schon klar. Das er aber so umkämpft werden würde war
beeindruckend. Noch bei der vorletzten Doublette im Finale hätte jeder der vier den Titel gewinnen
können. Andreas Löw und Waldemar Schanz marschierten zunächst im Vorkampf in einer Rotte
schießend, im Gleichschritt zum neuen Deutschen Rekord. Jeweils mit 50, 49, 49 konnte keiner einen
Vorsprung für sich verbuchen. Dahinter folgten Michael Goldbrunner (145, Mittenwald, Bayern) und
Stefan Ommert (144). Die inoffizielle WCW-Vereinsmeisterschaft komplettierten Steffen Däbel (137)
und Jens Goroncy (134). Tragisches trug sich dann im Finale zu. Nach knapp der Hälfte lag Andreas
Löw schon drei Scheiben in Führung. Er reagiert dann aber zu spät auf die aufziehenden Wolken und
wechselte die Brille zu spät. Die Folge war der einzige Doppelfehler im gesamten Finale und der
Gleichstand der drei Erstplatzierten. Während Waldemar Schanz das Finale ohne weiteren Fehler
überstand und damit den dritten Deutschen Rekord des Tages aufstellte, kam bei Michael
Goldbrunner ein Fehler hinzu, der damit mit 49 Scheiben zwar das beste Finale bestritt, sich aber mit
Silber zufrieden geben musste. Stefan Ommert konnte durch drei weitere Fehler von Andreas Löw
noch auf den dritten Platz aufschießen und besiegte dann seinen Freund und Teamkollegen im Shoot
Off mit 2:1. Für Andreas Löw blieb trotz Deutschen Rekord im Vorkampf und 192 Scheiben insgesamt
nur Platz der vierte Platz wie bereits schon im Trap. Ein Fabelrekord war dann die logische
Konsequenz in der Teamwertung. Um unglaubliche 32 Scheiben verbesserten Waldemar Schanz,
Andreas Löw und Stefan Ommert den Deutschen Mannschaftsrekord auf 440 von 450 möglichen
Scheiben. Das liegt sogar um acht Scheiben über dem aktuellen Weltrekord. Für die WM in Belgrad
sind die Kadersportler also gerüstet. Geht es doch nicht weniger als um die letzte Möglichkeit eines
Quotenplatzes für London 2012. Die zweite Mannschaft mit Steffen Däbel, Jens Goroncy und Jens
Züfle gewannen nach 2009 und 2010 bereits zum dritten Mal in Folge die Bronzemedaille für den
WCW. Auch die Teamserie hält. Im Trap und Doppeltrap stand seit 1996! immer eine Mannschaft bei
den Männern auf dem Treppchen.
Zwei weitere Medaillen gab es in der Altersklasse im Doppeltrap. Die Mannschaft Peter Croll,
Hansjörg Obenauer und Michael Eck gewannen hinter Altona die Silbermedaille, Michael Eck
verteidigte im Einzel den dritten Platz aus dem Vorjahr.
Bereits vor fünf Wochen gewannen Horst Feser, Hans Männchen und Hansjörg Obenauer die
Bronzemedaille mit der Perkussionsflinte bei der DM in Pforzheim.
Knapp an einer Medaille scheiterten Norbert und Yannik Hofmann im Skeet. Beide erreichten das
Stechen um die Bronzemedaille in der Alters- bzw. Juniorenklasse. Für beide blieb am Ende Platz vier.
Insgesamt war es für den WCW mit vier Gold-, zwei Silber- und fünf Bronzemedaillen das
dritterfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte.
Michael Eck
P.S Hier [12 KB]
gibt es den DM 2011 Medallienspiegel
